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Fachartikel

25. Februar 2026 | HR Campus

Gesundheitswesen 2026: Welche HR-Themen jetzt Priorität haben

Geopolitische Unsicherheit, Kostendruck und technologische Erwartungen prägen die HR-Agenda 2026.  Der Fachartikel HR Agenda 2026 1 zeigt klar, welche Themen Geschäftsleitungen aktuell bewegen. Im Gesundheitswesen verdichten sich diese Herausforderungen zusätzlich: Wirtschaftlichkeit, regulatorische Anforderungen, Fachkräftemangel führen zu erhöhtem Druck und haben einen direkten Einfluss auf die Versorgungsqualität. Wer HR im Gesundheitswesen 2026 strategisch ausrichten will, muss sich interdisziplinär aufstellen und priorisieren. Aus Gesprächen mit HR-Verantwortlichen und CEO im Gesundheitswesen kristallisieren sich drei Prioritäten / sehen wir drei Themenschwerpunkte. 

Bild: Die drei zentralen HR-Prioritäten 2026 im Schweizer Gesundheitswesen

1. Fachkräftemangel ist ein Systemthema

Der Fachkräftemangel ist strukturell und wird bleiben2. Rekrutierung allein reicht nicht mehr. HR muss den Fokus konsequent auf nachhaltiges Workforce-Management legen. Dazu gehören neue Rollenprofile3 wie Physician Associates (PA) oder Advanced Practice Nurcing (APN) ebenso wie eine klare Skillorientierung4, etwa über Entrustable Professional Activities (EPA) und Arbeitsmodelle, die unterschiedliche Lebensphasen ernst nehmen.

 

Konkret bedeutet das:

  • Neue Rollenmodelle gezielt einsetzen
  • Arbeitsmodelle entwickeln, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen
  • Flexible Arbeitszeit- und Vergütung ermöglichen
  • Transparente und dynamische Einsatzplanung etablieren
     

Einsatzplanung und Weiterbildung sind klassische interdisziplinäre Themen und keine reinen HR-Themen. Beide sind zentral für die Fachbereiche und werden dort stark mitgestaltet. Umso wichtiger ist es, dass HR diese Themen übergreifend steuert, priorisiert und strategisch bündelt.

2. Effizienz und Menschlichkeit gehören zusammen

Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist hoch. Effizienzprogramme sind Realität. Wichtig ist deshalb, klare Prioritäten zu setzen und die Themen proaktiv anzugehen.
 

HR kann hier konkret ansetzen:

  • HR-Prozesse vereinfachen und standardisieren statt nur digitalisieren
  • HR-Dienstleistungen unternehmerisch bewerten, Kosten und Nutzen transparent machen
  • End-to-End Prozesse definieren und Frontline-Mitarbeitende miteinbeziehen

 

Echte End-to-End Prozesse sind interdisziplinar gedacht, insbesondere bei integralem Kapazitätsmanagement. Dabei wird die Personalplanung eng mit der operativen Kapazitätssteuerung, etwa der Bettenplanung, verknüpft.  Funktioniert dieses Zusammenspiel durchgängig, entstehen spürbare Effizienzgewinne und eine echte Entlastung im System.

3. Cyberrisiken und Datenschutz betreffen HR direkt

Gesundheitsorganisationen verwalten hochsensible Daten, weshalb Cyberrisiken systemkritisch sind. HR trägt hier Mitverantwortung. Mitarbeitende müssen deshalb Risiken erkennen und richtig handeln können.
 

Für HR bedeutet das:

  • Mitarbeitende regelmässig sensibilisieren und schulen
  • Datenschutzprozesse klar definieren
  • Sicherheitsstandards von Softwareanbietern kritisch prüfen

 

Mit der Digitalisierung steigt das Risiko für Cyberangriffe, gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für effizientere Prozesse und bessere Services. HR steht in der Verantwortung, Sicherheit und Innovation sorgfältig auszubalancieren. Die Relevanz dieses Themas nimmt kontinuierlich zu.

Fazit: HR ist Teil des Versorgungssystems

HR im Gesundheitswesen wird immer interdisziplinärer. Die zentralen Themen 2026 lassen sich nicht mehr isoliert innerhalb der HR-Abteilung betrachten. Themen wie EPA, integrales Kapazitätsmanagement oder auch KI erfordern eine enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Einsatzbereichen. Wer Arbeitsfähigkeit sichert, Kompetenzen gezielt entwickelt, Technologie sinnvoll einsetzt und Vertrauen schützt, stärkt die Versorgungssicherheit.
 

Nutz die Gelegenheit und stell deine HR-Agenda 2026 bewusst zusammen. Denn HR im Gesundheitswesen ist nicht Unterstützung des Systems. Es ist Teil des Systems.

Autorin

Portrait von  Alexandra Gastpar

Alexandra Gastpar

HR Interim Management, Total Workforce Management

Als Leiterin HR Interim Management bei HR Campus begleitet Alexandra Organisationen branchenübergreifend in anspruchsvollen Veränderungsphasen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Gesundheitswesen, das sie beruflich wie persönlich prägt. Neben der operativen Verantwortung engagiert sie sich im Aufbau von HR Communities sowie als Co-Host des Podcasts Voice of HR.

Quellen  

1.  HR Agenda 2026
2. SECO, Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Januar 2026, 06.02.2026
3. Medlife (01/2025) neue Berufsbilder eröffnen viel potenzial
4. SIWF, Kompetenzbasierte ärztliche Weiterbildung (CBME), 2026

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