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Nudging im HR


Nudging im HR

Was ist eigentlich Nudging? Und was hat es mit dem HR zu tun?

Nudging im HR

Wie kann man Menschen dazu bewegen, sich freiwillig in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten ohne die Welt mit Gebots- oder Verbotsschildern zuzupflastern? Mit dieser Frage beschäftigt sich Nudging und feiert dank schlauer Antworten bereits grosse Erfolge.

Was ist Nudging?

Von schrillem Getöse aus dem Schlaf gerissen, drück ich reflexartig auf den Snooze-Button des Weckers, um mich danach nochmals kurz in die Welt der Träume fallen zu lassen. Plötzlich fällt mir ein, dass ich mich mit der Arbeitskollegin zum morgendlichen Joggen verabredet habe – eine Massnahme, um meine Neujahresvorsätze erfolgreich durchziehen zu können. Diese Verabredung mit der Arbeitskollegin, ist eine Massnahme die ich getroffen habe, um ein gewünschtes Verhalten zu erreichen. Das ist Nudging.

Richard Thaler hat mit seiner Nudging-Theorie den Grundstein einer freiheitlichen Alternative zur unbeliebten Verbotskultur gesetzt. Das Konzept «Nudging» wurde erstmals als politische Strategie entwickelt, die auf verhaltensökonomischen Einsichten und Erkenntnissen beruht. Das Volk soll durch kleine «Anstupser», sogenannte «Nudges», zu einem bestimmten Verhalten ermutigt werden.

Nudging basiert auf zwei Grundannahmen. Erstens: Der Mensch tut nicht immer das, was er gerne tun würde. Der Vorsatz, vermehrt sportlich aktiv zu sein, scheitert nicht selten daran, dass man sich müde fühlt. Zweitens: Man kann das Problem der ersten Annahme – Müdigkeit – sehr einfach überlisten.

Ist Nudging ein Wolf im Schafspelz?

Die Frage, ob dieses Instrument der Verhaltenssteuerung unsere Entscheidungsfreiheit einschränkt, ist natürlich berechtigt. In der Suche nach Antworten stösst man auf weitere Fragen, ob es so etwas wie Transparenz in der Politik oder in der Unternehmensführung überhaupt gibt. Aber auch Fragen nach der Wichtigkeit von menschlicher Autonomie und Eigenverantwortung werden erforderlich. 

Der Clou am Nudging ist, dass die Umstände der Entscheidungsfindung so verändert werden, dass es wahrscheinlicher wird, dass der Mensch in eine gewisse Richtung handelt. Durch das leichte Verschieben des Rahmens soll das Verhalten des Menschen zum Positiven beeinflusst werden.

Genau darin liegt aber des Pudels Kern: Wer entscheidet, in welche Richtung «genudged» werden soll? Wer definiert die moralischen Normen «richtig» und «falsch»? Das wirft grosse, sozialethische Fragen auf. Klar wird aber, dass Nudging eine vielversprechende Methode ist, um das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Beispielsweise kann man Menschen zu gesünderen Essgewohnheiten «nudgen», indem die Standard-Tellergrösse verkleinert wird, die Salate in bestimmter Weise positioniert werden oder ungesunde Menüs erst auf der zweiten Seite einer Speisekarte stehen.

Die Frage ob Nudging nun ein Wolf im Schafspelz ist, ist zwar durchaus berechtigt, aber kann getrost mit Nein beantwortet werden. Nudging ist ein Instrument, das wie viele andere Instrumente destruktiv oder konstruktiv, positiv oder negativ, wohlwollend oder feindselig eingesetzt werden kann. Entscheidend ist wie Nudging eingesetzt wird.

Nudging im HR

Wie ist es aber mit Nudging im Unternehmen – wer gibt hier vor, wohin gelenkt wird? Jede Firma ist einem bestimmten Ziel gewidmet und man versucht alles, um dieses Ziel zu erreichen. Vor diesem Hintergrund scheint die Methode des Nudgings als Instrument einer erfolgreichen Unternehmensführung und somit auch im HR, ein grosses Potential zu haben.

Vor knapp zwei Jahren gründete der Ex-Personalchef von Google, Laszlo Bock, das Startup «Humu». Ein Tool, welches auf der Grundlage der Nudging-Theorie aufgebaut ist und Innovation in den HR-Bereich bringen soll. »Humu» gibt Mitarbeitenden und Führungskräften persönliche und motivierende Anregungen, die auf deren Persönlichkeitseigenschaften und Potentialen abgestimmt sind.  Laszlo Bock gelang somit ein gelungener Einsatz von Nudging im HR.

Es öffnet sich jedoch ein weitaus grösseres Feld für den Gebrauch dieser subtilen Anstupser, wenn das HR mit Nudging die Unternehmenskultur sowie das Employee Wellbeing massgeblich optimieren kann. Push-Meldungen auf Smartphones oder Computern können die Mitarbeitenden daran erinnern, an die frische Luft zu gehen, mit den Augen zu blinzeln oder sonst etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch kann Nudging Mitarbeitende entlasten indem realistische Zielsetzungen bei Projekten definiert werden. Ein weiterer Nudging-Ansatz um Employee Wellbeing zu fördern, wäre sämtliche E-Mail Accounts am Wochenende per Default auf inaktiv zu setzen.

Auch die Finanz- und HR-Abteilung können direkt von Nudging profitieren. Zum Beispiel können Spesenausgaben reduziert werden, indem auf der Reiseapplikation bei Zugfahrten standardmässig die zweite Klasse eingestellt ist oder ein Hinweis aufleuchtet, dass beispielsweise 70% seiner Kollegen die zweite Klasse wählen. Obwohl damit das Fahren in der ersten Klasse weiterhin erlaubt wäre, werden dem Mitarbeitenden Anreize gesetzt, sich zu entscheiden zweite Klasse zu fahren.

Wir sind der Meinung: Nudging ist eine Methode, die es sich auszuprobieren lohnt. Richtig eingesetzt, kann sie ein Unternehmen auf dem Weg zu positiven Veränderungen unterstützen und Mitarbeitende sogar vor einer autoritär reglementierten Firmenkultur bewahren.

Wollen Sie mit uns darüber reden, wie Nudging in Ihrem Unternehmen eingesetzt werden kann? Gerne steht Ihnen unser HR Strategies Team für Fragen zur Verfügung.

Publiziert am: 1. Februar 2019

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